Notizen einer Weltbürgerin

Die Welt als Heimat

Verschleppt, gefoltert, getötet

Posted on | September 26, 2011 | No Comments

Lautstarker Protest. Demonstranten fordern vor dem Nato-Hauptquartier in Brüssel die Abdankung des syrischen Staatschefs Baschar al Assad. Wer hingegen in Syrien auf die Straße geht, muss mit einer brutalen Reaktion der Sicherheitskräfte rechnen. Foto: François Lenoir/Reuters Quelle: Foto: REUTERS

Foto: Reuters / Tagesspiegel

Syriens Staatschef Baschar al Assad geht brutal gegen Oppositionelle vor. Mindestens 3000 Regimegegner sind verschwunden

Manchmal ist es eine gute Nachricht, wenn es keine Nachrichten gibt. Zumindest besteht dann noch Hoffnung. Für Ghiyath Matar gibt es die nicht mehr. Der syrische Aktivist überlebte seine Verhaftung keine Woche: Vier Tage nachdem Sicherheitsdienste ihn festgenommen hatten, wurde seinen Eltern der Leichnam ihres Sohnes übergeben. Gestorben ist er einen qualvollen Foltertod, der das Gegenteil all dessen symbolisiert, für das Matar stand: gewaltfreier Widerstand, Blumen für Soldaten, keine Waffen, auch wenn das Regime noch so brutal zuschlägt.

Der junge Schneider, gerade mal 24 Jahre alt, lebte im Damaszener Vorort Darayya, wo er zahlreiche Demonstrationen organisierte.

Die Geburt seines ersten Kindes steht unmittelbar bevor. Viele Syrer haben, um ihre Trauer über den brutalen Tod des so friedvollen Revolutionärs auszudrücken, ihr Profilfoto auf Facebook gegen ein Bild von ihm ausgetauscht. An seiner Beerdigung nahmen sogar der amerikanische und der französische Botschafter in Damaskus teil. Kurz nachdem die beiden die Zeremonie verlassen hatten, wurde sie von der Polizei aufgelöst.

Aus dem Tagesspiegel vom 26. September 2011. Den Rest der Geschichte lesen Sie hier

Das Ende der Angst

Posted on | September 26, 2011 | No Comments

Syriens junge Generation kämpft für den Sturz des Assad-Regimes

Von Susanne Fischer

Syrien 2011Der Aufstand der Jungen

Sie organisieren sich spontan und bringen doch die Massen auf die Straßen. Ihre Wut speist sich aus Jobmangel, Cliquenwirtschaft, Korruption und der allgegenwärtigen Willkür des Assad-Regimes. Die jungen Aufständischen sind gut vernetzt und wollen nach 40 Jahren Diktatur endlich Veränderung. Dafür riskieren sie ihr Leben.

Nun, da die syrische Revolution voll im Gang ist und von Deir Azzour im Nordosten bis Daraa im äußersten Süden Zehntausende auf die Straße gehen, ist es verlockend zu denken, es hätte gar nicht anders kommen können: nach dem Aufstand in Tunesien, der den Diktator Ben Ali in einem knappen Monat aus dem Land jagte, nach dem jähen Sturz des als unerschütterlich geltenden „Pharao“ Hosni Mubarak, nach Jemen, nach Libyen – war Syrien nicht der naheliegende, ja zwingend nächste Dominostein?

Wer aber Ende Februar – Ben Ali saß schon im saudischen Exil, Mubarak kränkelte isoliert in seiner Villa am Roten Meer – mit Menschenrechtsaktivisten in Damaskus sprach, bekam vor allem eines zu hören: Wir sind noch nicht so weit. Syrien sei anders, versicherten sie, für das Reich der Assads gelten andere Spielregeln. Read more

Postcard from Sidi Bouzid: Birthplace of a revolution

Posted on | März 2, 2011 | No Comments

Stand up for your rights

February 2011

By Susanne Fischer

It’s a nondescript, sleepy town miles away from anywhere, but Sidi Bouzid sparked the flames of rebellion across the Arab world.

So this is where it all began. Before Mohamad Bouazizi, 26, set himself on fire in protest over his hopeless economic plight on December 18, Sidi Bouzid was a sleepy, little-known town in central Tunisia. But a town whose desperation so reflected Tunisia’s condition that Bouazizi’s cris de coeur ignited a revolution which swept dictator Ben Ali out of office and out of the country in less than a month.

It is a three-hour drive to reach Sidi Bouzid from Tunis, and yet it feels like a different world. People wearing traditional thick brown felt coats – to protect them from the harsh wind sweeping off the surrounding plains – walk down the streets, many of the men with turban-like, white scarves around their heads. Most of the women wear hijabs. There’s a sense that this place has been forgotten – just as so many small towns in overly centralised states are overlooked and left to fend for themselves. Read more

Überall zuhause

Posted on | Dezember 13, 2010 | No Comments

Für ein Magazin über Grenzen und die Welt dahinter der Lehrredaktion 48A der Deutschen Journalistenschule hat mich Nicole Franziska Koegler interviewt und sich mit meiner Arbeit und meinen Texten beschäftigt.

Das Interview in Kurzform ist im Online-Magazin zu lesen, die Collage aus Interviewpassagen und Textfragmenten steht im Heft (pdf-download auf der Webseite).

The Voice of Young Lebanese

Posted on | Dezember 10, 2010 | No Comments

Let me briefly talk about a project I have been working on in Lebanon since spring 2010: No2at 3al 7ourouf or Dot the letters.

To dot the letters in Arabic literally means to put the dots that make Arabic readable on the letters. In a metaphorical way, it means to put things in order, to make sense of something – which is what the young journalists working for No2at 3al 7ourouf are trying to do: They try to get a better understanding of what is going on around them, write about it and thus encourage other people to get involved. Read more

Der Feind googelt mit

Posted on | August 19, 2010 | No Comments

Wenn Bilder Kriegsziele liefern

Der Blick in Nachbars Garten - mit Google Street View möglich?

Die Aufregung über Google Street View ist derzeit groß in Deutschland. Bürger fürchten um ihre Privatsphäre, Reiche um ihre Schätze, Nudisten um das uneinsehbare Fleckchen auf dem Balkon.

Wer Google Street View einmal benutzt hat – für viele amerikanische Städte ist das längst möglich – weiß, dass viele dieser Sorgen unbegründet sind, denn die Bilder im Netz werden, wie schon bei Google Map, keine Live-Bilder sein. Niemand kann also via Google View sehen, ob ich zu Hause bin, ob sich die Nachbarin im Garten räkelt oder ob alle Fenster geschlossen sind.

Die Debatte über Google Street View macht eines sehr deutlich: wie schizophren die meisten von uns sich verhalten, wenn es um Datenschutz, Privatsphäre und die Überwachung des öffentlichen Raums geht. Read more

Libanesischer Sommer

Posted on | August 16, 2010 | No Comments

Sommer im Libanon ist schön. Das Meer vor der Tür, die Berge hinterm Haus, am Wochenende die große Frage: Schnorcheln oder Wandern? Vier Monate garantiert keine Jacke, keinen Regenschirm. Wetterbericht? Höchstens um zu sehen, wie das Wetter in Deutschland ist.

Sommer im Libanon ist anstrengend. Der sonst kurz vor dem Kollaps stehende Verkehr kommt vollends zum Erliegen. Luxusautos aus Kuwait, Dubai, Saudi-Arabien, Jordanien und neuerdings auch Syrien machen jeden Trip durch die Stadt oder in die Berge zur nervenzerrenden Irrfahrt. Read more

Libanon schwarz-rot-gold, Teil 3

Posted on | Juni 16, 2010 | No Comments

“We are all Germanese” – dieses Schaufenster sah ich gestern in der ABC-Mall in Beirut. Eine gelungene Wortschöpfung aus “Lebanese” und “German”! Selbst der Kellner im Restaurant, wo ich zu Mittag aß, hatte eine Anstecknadel in Form der deutschen Fahne am T-Shirt. “Anta ma’ min?” – wörtlich: mit wem bist Du – ist derzeit wohl die häufigste Frage unter Libanesen. Und nach dem 4:0 gegen Australien lautet die Antwort noch häufiger: “Ana ma’ Almanyia.”

Libanon schwarz-rot-gold, Teil 2

Posted on | Juni 13, 2010 | No Comments

Dass es bei Fußball um viel Geld geht und die WM vor allem ein riesiges Geschäft ist, war mir schon klar. Das am eigenen Fernsehgerät zu erleben fühlt sich trotzdem noch einmal anders an.

Naiverweise hatte ich geglaubt, die für mich interessanten Spiele im deutschen Fernsehen via Satelit verfolgen zu können. Im Geiste plante ich den einen oder anderen Bierabend mit Freunden, auf dem Balkon sitzen, Fernsehen gucken, Spaß haben. Read more

Libanon schwarz-rot-gold

Posted on | Juni 11, 2010 | No Comments

Nun also hängt sie da, meine erste deutsche Fahne. Vor ein paar Tagen brachte mein Mann sie mit nach Hause. Erst sah ich nur die Fahne fröhlich wedelnd um die Ecke biegen, dann ihn, mit einem breiten Grinsen. “Damit du deinen Deutschlandkomplex mal los wirst!” Read more

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    Name: Susanne Fischer

    Location: Beirut, Libanon

    Themen: Nahost & Beyond

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